Das "Wunder von Achern" - Diaboulo spielt auch 2026 in der Bundesliga!
Vor den beiden letzten beiden Spieltagen der Pètanque-Bundesliga am 30. und 31. August 2025 in Achern, standen die Zeichen für unsere Mannschaft nach zwei Jahren Zugehörigkeit auf Abstieg.
Doch dann gab es das Wunder von Achern.
Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft!
- hier der Rückblick von Team-Käpt'n Bernd auf die Saison 2025 und besonders auf den letzten Spieltag:
Was für ein Abschluss-Wochenende in der Pétanque-Bundesliga 2025…
Die Ausgangslage war klar und irgendwie dramatisch, denn die beiden Bundesliga-Wochenenden im April und Mai waren so gar nicht in unserem Sinne verlaufen.
Am ersten Spieltag im April verloren wir die beiden ersten Partien gegen Meister und Vizemeister mit 2:3, jeweils mit einem 12:13 dabei. Das wirkte nach, und so endete der erste Spieltag mit 0:5 und Tabellenplatz 16 (also gaaanz unten).
Am zweiten Spieltag war der Druck groß, wieder gab es ein 2:3 inkl. einem 12:13 und später ein 1:4, bei dem drei Spiele 11:13, 11:13, 12:13 endeten.
Immerhin ein Sieg gelang uns und damit die Verbesserung auf Platz 15.
Da jedes Jahr vier der sechzehn Bundesligisten absteigen, galt es an diesem letzten August-Wochenende in Achern, noch drei Plätze aufzuholen.
Zwei Mannschaften mit bis dahin vier Siegen waren noch in Reichweite. Wir mussten also drei Siege mehr schaffen als diese und gleichzeitig hoffen, dass die anderen „Kellerkinder“ (Ibbenbüren, Hanweiler und Jever) nicht auch ein Wunder schaffen.
Lübeck und Zehlendorf (Z88) waren die in Reichweite liegenden Konkurrenten, wobei Lübeck außer den drei Siegen Vorsprung auch ein deutliches besseres Spielverhältnis hatte und den direkten Vergleich gegen uns gewonnen hatte.
Jede Niederlage zu viel von uns und jeder Sieg zu viel der Konkurrenz hätte die sofortige Verabschiedung von jeglichen Hoffnungen bedeutet.
Die erste Begegnung am Samstagmorgen ging direkt gegen Z88. Fast so etwas wie ein Finale also. Wieder einmal stand es nach den Triplettes 1:1 und nach den ersten fertigen Doublettes 2:2. Ausgeglichenes Spiel im Doublette Mixte mit Britt und Moritz; kurz vor Ende kommt Jörg für Moritz und bei 11:11 kann Jörg mit einem schönen Treffer und einer dazugelegten Kugel das Spiel und damit die Begegnung für uns entscheiden.
Parallel gewann Lübeck seine erste Begegnung und näherte sich seiner Rettung.
Damit waren wir also das erste Mal dem Abstieg von der Schippe gesprungen.
Die zweite Runde gegen Saarbrücken war dann ein Abbild der bisherigen Saison: 2:3 mit zweimal 12:13 ☹. Ein herber Rückschlag, da parallel auch Z88 wie erwartet gegen Hanweiler gewann.
Es MUSSTEN nun drei Siege folgen, und gleichzeitig MUSSTE Zehlendorf drei Mal verlieren…
In der dritten Runde am Samstagabend war es dann wieder fast zu Ende. Z88 unterlag zwar gegen sur Place, aber wir hatten mit Diefflen einen bärenstarken Gegner. So gingen beide Triplettes knapp verloren und gegen diese Truppe alle Doubs zu gewinnen schien unmöglich.
Zuerst siegte das Mixte mit Britt und Björn (gegen die aktuellen Deutschen Meister im Doublette Mixte!!!) 13:11, und auch Philippe und Tobi holten ein 13:11 für Diaboulo. Im Doub 2 schossen die Diefflener zu gut, zu viele Carreaux, und so mussten Bernd und Jörg reagieren. Bei 1:9 kam Moritz für Jörg und Bernd wechselte auf die Tireurposition. Nach 2:9 und 3:9 dann ein schönes 5er-Päckchen zum 8:9. Auch Diefflen wechselte, fing sich wieder und ging 12:8 in Führung. Dann die Chance für uns, per Sauzug das Spiel zu beenden – klappt nicht, 9:12. Auch in der nächsten Aufnahme nur ein Punkt, obwohl wir die letzten Kugeln haben, 10:12. Schwache Aufnahme von Diefflen, zwei Punkte am Boden, enges Bild – Bernd kommt dreimal nicht rein, 12:12. Die Strafe für die vergebenen Chancen blieb aus, wir konnten in der nächsten Aufnahme gegen 22:15 Uhr das Spiel und die Begegnung für uns entscheiden.
Zum zweiten Mal knapp gerettet.
Weiter ging die wilde Fahrt am Sonntagmorgen gegen die starken Berliner von „boule devant“. Keine langen, engen Spiele – gut so, der Samstag steckte uns noch in den Knochen. Beide Mixte gingen 9:13 verloren, die anderen Partien gewannen wir überraschend deutlich. Da haben wir richtig, richtig gut gespielt. Aber was nützt das, wenn Z88 gegen Saarbrücken gewinnt? 2:2 stand es dort, im letzten Spiel führte Z88 mit 12:2. Das war aber nun endgültig der Abstieg... Oder? Saarbrücken punktet, spielt jetzt stark. Im Notfall wird die Sau geschossen. Z88 kommt beim Legen nicht mehr so gut klar, Saarbrücken holt auf, und… gewinnt das Ding tatsächlich noch. (ab 5:2 zu sehen auf Youtube/DPV (310) DPV 2025 BuLi R14 Doub Mixte Zehlendorf : Saarbrücken - YouTube). Zum Dritten Mal aus dem Jenseits zurückgeholt… Danke Mercedes und Abdel (der ja auch an den beiden 13:12 gegen uns beteiligt gewesen war).
Showdown! Klare Ausgangslage: wir müssen Jever schlagen, Zehlendorf muss gegen Diefflen verlieren. Alternativ könnten wir auch noch mit einem 5:0 gegen Jever die Lübecker einholen, wenn diese 0:5 gegen Achern verlieren.
Dieser Alternativplan war schnell dahin, denn sowohl wir als auch Lübeck gingen mit 1:1 aus der Triplette-Runde. Bitter, da wir hier im Triplette ein 10:0 aus der Hand gegeben hatten.
Noch viel bitterer: Z88 und Diefflen hatten deutlich vor uns begonnen und nach gefühlten 20 Minuten hatte Z88 beide Triplettes hoch gewonnen. Wir glaubten nicht, dass Diefflen hier nicht gewinnen wollte, und nach Aussage der Spieler war Z88 in beiden Triplettes einfach unglaublich stark. In der Pause vor den Doublettes konnten wir beobachten, wie Diefflen sich mit Coach sehr lange zurückzog und Pläne schmiedete, wie man die Begegnung noch drehen könnte.
Auch Z88 hatte einen Plan, stellte mit Jean und Dominique ein superstarkes Doublette auf, das den dritten Punkt holen sollte. Diese verloren jedoch deutlich gegen Gianfranco und den wie entfesselt schießenden Justin und damit waren plötzlich die anderen Zehlendorfer in der Verantwortung, noch eine Partie gewinnen zu müssen.
Derweil mussten auch wir noch zwei Doublettes gegen Jever gewinnen. Berthold und Tobi erledigten ihren Teil im Schnelldurchgang, und auch Britt und Björn waren auf einem guten Weg. Nicht so gut lief es bei Jörg und Moritz, so dass dort bei 5:10 Bernd für Moritz reinkam. Kurz danach hatte aber unser Mixte den Sieg eingefahren, die Begegnung war gewonnen. Yes!
Z88 hatte zwischenzeitlich seine Führungen in den restlichen beiden Doublettes eingebüßt; Diefflen spielte großartig, um die Chance auf Platz 4 in der Abschlusstabelle zu wahren. Zunächst holte Rosario (als Tireur!) mit Pino den zweiten Sieg, kurz danach schafften auch Dominique und Sergio den Siegpunkt zum 3:2 Sieg für Diefflen. DANKE! Der vierte erfolgreiche Wiederbelebungsversuch an diesem Wochenende…
Noch während unseres letzten Doublettes (das 8:13 endete), konnten wir über den Klassenerhalt jubeln, den Diefflern für ihren Kampfgeist um den Hals fallen und seitdem bekommen wir bis heute das Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern.
Das Auftreten der ganzen Mannschaft war bewundernswert. Alle Nackenschläge wurden weggesteckt, das kleine Fünkchen Hoffnung wurde durch alle Teammitglieder am Leben gehalten. Natürlich hatten wir Glück, denn wir konnten es ja nicht aus eigener Kraft schaffen – aber wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um das Ziel rechnerisch erreichen zu können. Wenn so etwas am Ende gut ausgeht, ist das die schönste denkbare Belohnung.
Danke auch allen Diaboulos für das Anfeuern aus der Ferne.
Diaboulo - Mannheim 2:3
Diaboulo - Horb 2:3
Diaboulo - Achern 2:3
Diaboulo - Mechenhard 1:4
Diaboulo - Viernheim 0:5
Diaboulo - Ibbenbüren 2:3
Diaboulo - Hanweiler 3:2
Diaboulo - Lübeck 2:3
Diaboulo - Düsseldorf 2:3
Diaboulo - Siemens 1:4
Diaboulo - Zehlendorf 3:2
Diaboulo - Saarbrücken 2:3
Diaboulo . Diefflen 3:2
Diaboulo - BD Berlin 3:2
Diaboulo - Jever 3:2
Abschlusstabelle: